GEOUTET!
Die Pharmaindustrie outet sich nach Deregulierungen des Gesetzgebers undRabattverträgen. Die Kündigungswelle der Pharmaberater rollt, besonders in den
Generikaunternehmen (Hexal, Betapharm, Ratio), jedoch auch teilweise bei den
Innovativen Unternehmen. Das ganze ohne lautes Getöse und zum Nachteil des
Pharmaberaters. Ob es richtig ist, Mitarbeiter, die gegen den Ehrenkodex
verstoßen, fristlos zu entlassen und damit ein Bauernopfer zu finden, ohne die
Verantwortlichen mit zur Rechenschaft zu ziehen, mag man kritisch bewerten.
(Woher hatte der Kollege die Mittel zur Bestechung?)
Durch die jetzige Entlassungswelle der Unternehmen zeigt sich, dass die
Pharmaindustrie zum Teil nur an Verkaufserfolgen und nicht an der Beratung
interessiert ist, so wie es im Arzneimittelgesetzt festgeschrieben ist.
Hier werden in Zukunft Informationsdefizite bei den Fachgruppen und letztlich
auch bei den Patienten unter Umständen zu deren Nachteil entstehen. Und wie
will man seitens der Industrie die angekündigten vielen neuen Arzneimittel sachund
fachgerecht ausbieten?
Warum nutzt die Industrie (bis auf wenige Ausnahmen) diese Zeit der
Wirtschaftskrise und gesetzgeberischen Eingriffe in das Gesundheitswesen nicht
dazu, ihre Mitarbeiter in Anlehnung an die Forderung des Gesetzgebers,
weiterzuqualifizieren?? Eine Direktansprache durch die Pharmaunternehmen an
den Patienten wird dieses Defizit wohl kaum ausgleichen, zudem ist die EU
Gesetzgebung gegen diese Form der Ansprache an den Patienten. Es steht die
Forderung im Raum, die auch der Berufsverband vertritt, dass eine fachliche und
aktuelle Beratung im Bereich der Ärzteschaft durch Pharmaberater unumgänglich
ist, damit sich z. B. ein Conterganskandal in Deutschland nicht wiederholt.
Hier sind neue Wege gefordert, um die Qualität der Beratung auch in Zukunft zu
garantieren, um somit Fehlentwicklungen vorzubeugen. Im Hinblick auf die
Veröffentlichungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte
(Bfarm) über Neben- und Wechselwirkungen von Arzneimitteln (über 20.000
Tote und bis zu 150.000 Krankenhauseinweisungen), sollte die Beratung einer
Qualitätskontrolle unterliegen, um so bestehende Risiken und neue Erkenntnisse
schnellstens den Fachgruppen zugänglich zu machen. Somit ist eine objektive
und erfolgreiche Beratung des Pharmaberaters der Schlüssel zum Erfolg für eine
erfolgreiche und möglichst risikoarme Therapie.
W. Vogel

