Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Schon wieder ist ein Jahr des ständigen Kampfes um den Bereich Gesundheit und damit speziell auch der Arzneimittelversorgung vergangen. Und auch das neue Jahr wird uns damit weiter beschäftigen. Schon heute, erst kurz nach Inkrafttreten des so heftig umstrittenen Gesundheitsfonds mit Einführung eines bundeseinheitlichen Krankenkassenbeitragssatzes, wird über weitere Zuzahlungen durch die Versicherten diskutiert. Nach Meinung vieler der sogenannten Gesundheitsexperten wird der „politisch mit vielen Klimmzügen errechnete" und festgesetzte Satz nicht ausreichen, um die Ausgaben zu decken. Die Klinikärzte erstritten sich zu Recht rund 15% mehr Einkommen, die niedergelassenen zu Recht 10% und eine nächste Tarifrunde mit ca. 9% ist bereits in Vorbereitung. Die Kliniken erhalten 3,5 Mrd. Euro, und als Horrorszenario die bereits ausgesprochenen und weiter drohenden Arbeitsplatzverluste. Da wird schon heute wieder angeregt und diskutiert, weitere Kosteneinsparungen über die Arzneimittel hereinzuholen, das scheint eine unendliche Spardose zu sein!
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte liebe Kolleginnen und Kollegen, machen Sie in persönlichen Diskussionsrunden und ggf. bei Ihren Land- und Bundestagsabgeordneten darauf aufmerksam, dass diese Sparwütereien auf dem Arzneimittelsektor zu Lasten der Qualität und der Versorgung der Versicherten gehen wird! Die Arzneimittelausgaben werden nur zur Hälfte durch die Industrie „verursacht"! Alleine der Preis ist entscheidend, der Patient mit seiner durch die eingeschränkte Gesundheit eh schon stark belasteten Psyche ist nur noch zweitrangig. Egal, ob die ständig wechselnde „Pille" blau, rot oder gelb, gut oder schlecht teilbar, verpackt in billige oder bessere Blister, ob Tablette oder Pille, Lacktablette oder Retardkapsel ist, alles egal, Hauptsache, der Preis ist aus Sicht der Politik und Kassen in Ordnung! Der Patient bleibt sich selbst überlassen, da sein ihn behandelnder Arzt nicht einmal weiß, was sein ihm anvertrauter und ihm trauender Patient zu „schlucken" hat, ein Skandal!
Machen wir uns auch keine Hoffnungen, die Politik könnte über unsere Arbeitsplätze einen Schutzschirm spannen, unsere Jobs werden auch nicht zur Chefsache erklärt, weder durch die Politik noch die Industrie. Nutzen wir die uns nur verbleibende Chance, uns in diesen Zeiten fortzubilden, zur Not eben auch für andere Arbeitsplätze im Gesundheitswesen fit zu machen! Die zum Health-Manager-Pharma (HMP®) weitergebildeten Kolleginnen und Kollegen haben z. T. bereits andere Arbeitsplätze in ihren Unternehmen oder auch außerhalb der Pharmaindustrie gefunden. Nutzen wir die Angebote des BdP! Werden wir selbst aktiv!
Dass unsere Kolleginnen und Kollegen im europäischen Ausland ähnliche Probleme jetzt schon haben oder sie ihnen ebenfalls drohen, ist nur ein schwacher Trost, dennoch nimmt die U.I.A.D.M., die europäische Pharmaberater-Organisation diese Herausforderung an und sucht nach Wegen, Lösungen zu finden, wobei das BdP - Deutschland Vorgehen hier weitgehend adaptiert werden soll.
Das allgemeine Finanzdesaster und die drohende, zum Teil bereits begonnene Wirtschaftsrezession mit ihren Arbeitsplatzverlusten und drastischer Kurzarbeitszunahme wird die Sozialsysteme nur noch weiter belasten, das Gesundheitswesen ist da nicht die Ausnahme, es wird überall knapp werden. Nur, das Jammern hilft alleine nicht weiter und verbessert die Situation nicht, nutzen wir diese Zeit, wie schon oben gefordert, zur persönlichen Weiterentwicklung, wir rufen unsere Arbeitgeber auf, jetzt hier die Chancen zu nutzen, investieren Sie in Ihr bestes und zuverlässigstes Kapital, das Humankapital, die Energie, den Fleiß ihrer Mitarbeiter! Gründen Sie zur Not eine Auffanggesellschaft, warum nicht auch einmal in unserer Branche?
Erhard Jörgens, Health-Manager-Pharma (HMP®), Vorstand für Kommunikation BdP Deutschland
März 2009

